Hontes: Einmeterachtzig-Zaun gegen „Wildpinkler“

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Bad Honnef | Da wird ein ganzes Jahr gut gewirtschaftet und dann das: 4.000 Euro muss Bad Honnefs jecke Vorzeigegesellschaft Halt Pol für einen 1.80 Meter hohen Schutzzaun hinterm Hontes hinblättern. Der soll nicht in Konkurrenz zum Monument in den Rhöndorfer Weinbergen aufgestellt werden, sondern sogenannte „Wildpinkler“ auf Distanz halten.

Auf der Jahreshauptversammlung der Karnevalsgesellschaft sorgte diese Information vom Präsidenten Jörg Pütz dennoch eher für Belustigung, vielleicht auch, weil nicht jeder Zaun zum Schutz vor 95 Prozent Wasser aufgestellt werden darf. Bei der Optik spricht die Stadt mit. Und die erste Variante gefiel ihr nicht. Dafür die zweite.

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die im vergangenen Jahr getroffen wurde, war der Kaufvertrag des Hontes im Februar. 65.000 Euro musste der Verein dafür berappen, die Hälfte konnte Mittels kleiner und großer Spenden beglichen werden. „Das hätte ich nicht gedacht, dass wir so viel zusammenbekommen“, zeigte sich der Vorsitzende stolz.

Weniger begeistert war er über das punktuell nicht immer optimale Engagement seiner KG. Das müsse sich ändern, so Pütz, schließlich sei man eine Gesellschaft und die bestünde aus drei aktiven Abteilungen: Dem Elferrat, dem Senat und dem Großen Rat. Und die Mitglieder bat er, sich bei Veranstaltungen tatkräftig einzubringen: „Jeder ist ein wichtiges Rädchen im großen Laufwerk“. Damit es auch im 141. Jahr klappt, müssten alle enger zusammenrücken.

Dass Halt Pol eine starke Einheit ist, wird im nächsten Jahr auch nach außen dokumentiert. Alle Mitglieder bekommen eine neue, einheitliche Kopfbedeckung. Bisher hatten die Senatoren weiße Schiffchen, der Rest trug rot-blau-goldene. In der Session 2015/16  tragen alle rot-blau-silberne. Die kosten im Vergleich zu den alten nur die Hälfte.

Neue Erfahrung für die Halt Pol-Führungsriege: Die Aufgabenbelastung hat dermaßen zugenommen, dass auch die Vorstandsprofis mit ihrer Zeit nicht mehr auskommen. Deshalb müsse der Vorstand neu strukturiert werden, so Pütz. Dazu sei eine Satzungsänderung notwendig, was allerdings nicht von heute auf morgen ginge. Über die Änderungen will der Vorstand rechtzeitig informieren.

Schatzmeister Ralph Schilken bat trotz guter Ergebnisse weiterhin um Spenden. Schließlich habe man neue Kinderkostüme anschaffen müssen, das Stück für 700 Euro; eine Sitzungsveranstaltung würde rund 30.000 Euro kosten und es sei nicht auszuschließen, dass mal eine aus welchen Gründen auch immer ausfiele und die Akteure trotzdem das vereinbarte Honorar haben wollten.

Zum Schluss weitere Erfolgszahlen: 713 Mitglieder sind zurzeit in der mittlerweile gemeinnützigen Gesellschaft eingetragen, davon 304 weibliche. Das jüngste Mitglied ist 1,87 Jahre alt und Politikerkind, das älteste 95,27 Jahre, 26 Jugendliche zählen zur Halt Pol-Jugend. Und: 23 Frauen und Männer konnte die KG im laufenden Jahr als neue Mitglieder begrüßen.

Die Session kann beginnen.

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